| Milet |
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Milet (eine Stunde von Didim entfernt) befindet sich in der Innenstadt der Söke-Ortschaft Balat. In der Antike lag es an der Westküste von Anatolien (jetzt die Provinz Aydin), nahe des Mäander Flusses im antiken Caria. |
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Milet war einer der bekanntesten ionischen Häfen. Der Name Milet tauchte bereits als Millawandash in hethitischen Aufzeichnungen auf. Es war während der klassischen Periode durch die Gelehrten ("Fusiolog" genannt) bekannt. Laut Herodot wurde Milet von Kretern und Kariern gegründet. Es war ebenfalls eine wichtige mykenische Kolonie Mitte 2000 v. Chr. |
| Geologie |
Während der Pleistozän Epoche wurde Milet von der Ägäis überflutet. Infolgedessen dauerte es sehr lange bis das Meer den damaligen Wasserstand von ca. 18.000 BP erreicht hatte. Das Gebiet Milet war Teil des Festlandes. Der allmählicher Anstieg brachte einen Stand von ca. 5.500 BP und mehrere Karst-Inseln aus Kalkstein hervor, die dann zum ersten Niederlassungsgebiet von Milet wurden. |
Ungefähr 1.500 vor unserer Zeitrechnung bewegte sich der Karst auf Grund von kleinen Erdkrustenbewegungen und die Inseln vereinigten sich zu einer Halbinsel. Seit damals hob sich das Meer um 1,75 m, aber die Halbinsel wurde von Schichtgestein des Mäander Flusses umgeben und ist nun mit dem Festland verbunden. Die Ablagerungen im Hafen begannen ungefähr 1.000 vor unserer Zeitrechnung und ca. 300 vor unserer Zeitrechnung, entstand der Bafa See. |
| Geschichte von Milet |
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Im 7. Jahrhundert v. Chr. hatten wurden ca. 90 Kolonien in den Regionen des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres gegründet. Nach der Zerstörung durch die Truppen des Persers Darius 494 v. Chr. wurde Milet wieder aufgebaut und stand zwei Jahrhunderte unter persischer Herrschaft. Mit der Eroberung durch Alexander dem Großen wurde Milet eine der größten Städte der Ägäis in Anatolien. Dies blieb auch während der romanischen Zeit so. |
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In byzantinischer Zeit konnte der Hafen noch immer, dank der Schiffe die durch den Menderes Fluss fuhren, benutzt werden, obwohl sich das Meer zurückgezogen hatte. Wegen der antiken Reste, die einem Palast glichen, wurde der Ort später auch als Palatia bekannt und diente waehrend der letzten Tage der byzantinischen Herrschaft als Piratenversteck. |
Vermutlich wurde Milet im 8. Jh. durch das Fürstentum der Mentese in eine Türkische Stadt verwandelt und Balat genannt. Obwohl es eine Zeitlang unter der Herrschaft der Mentesoglulari stand, verlor Milet seine Bedeutung und wurde im 18. Jahrhundert zu einem kleinen Dorf. Nach dem Erdbeben von 1955 wurde der Ort verlegt. |
| Archäologische Ausgrabungen |
Die ersten Ausgrabungen in Milet wurden vom Französischen Archäologen Olivier Rayet im Jahre 1873 durchgeführt, gefolgt vom Deutschen Archäologen Theodor Wiegand 1899. Dann im Jahr 1939 wurde die Arbeit von Carl Weickerd fortgesetzt. Diese Ausgrabungen wurden jedoch einige Male von Kriegen und verschiedenen anderen Ereignissen unterbrochen. Die heutigen Ausgrabungen werden von der Ruhr Universität in Bochum, Deutschland, organisiert. |
Eines der bemerkenswertesten Artefakte, das während der ersten Ausgrabungen im 19. Jahrhundert gefunden wurde, war das Markttor von Milet. Dieses wurde nach Deutschland gebracht und kann heute im Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel besichtigt werden. Die grösste Sammlung von Artefakten kann man im Milet Museum in Didim sehen, das 1973 eröffnet wurde. |
| Die Ruinen |
Bei der Ankunft an den Ruinen sieht man das prächtige Theater der Stadt. Das Theater wurde während der hellenistischen Periode erbaut. Es erhielt seine jetzige Charakteristik durch die Erweiterungen, die während der römischen Zeit gemacht wurden. Die wundervolle Steinmetzarbeit an den Wänden der Frontfassade des Theaters ist 140 m lang und 30 m hoch. Das Theater konnte 24.000 Menschen fassen. Eine Festung wurde waehrend der byzantinischen Zeit angebaut und reduzierte das Fassungsvermögen damit auf 15.000 Menschen. |
Auf der gegenüberliegenden Seite des Theaters befindet sich die Selcuk-Karavanserai und die Bäder die für Faustina II., die Frau von Marcus Aurelius (161-180 n. Chr.), gebaut wurden und an das Theater angrenzen. Der Tempel von Serapis, aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., ist hinter diesen Bädern zu sehen. Die rechteckigen Gebäude, die sich auf der einen Seite befinden, sind Lagerhäuser. Die angrenzende südliche Agora, die eine Grösse von 164 x 196 m hat und von einer Säulenhalle umgeben ist, gehört zum 2. Jahrhundert n. Chr. Sein südliches Tor befýndet sich heute im Museum in Berlin. |
Wenn man die Agora durch das nördliche Tor der Agora verlässt, sieht man daneben einen Dom, den Martyrion, der aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. stammt, und den Ritualpfad, der 100 m lang und 28 m breit ist, und sich vor der Agora ausbreitet. Auf der östlichen Seite befindet sich ein Brunnen am Hauptplatz (Nymphaion), der aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammt, und gegenüber der Bouleuterion (das Senatsgebäude). Das Gebäude wurde während der Jahre 175-164 v. Chr. errichtet und der Tempel von Asklepios und die heilige Stätte sind nebenan gelegen. Daneben führt die nördliche Agora entlang der heiligen Strasse. Auf der rechten Seite der heiligen Strasse befindet sich das Gymnasium, das aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammt. |
Die Bäder, die Vergilius Capito während der Zeit von Claudius in Auftrag gegeben hat, sind nördlich des Gymnasiums gelegen. Einige der Bäder wurden auch während der Seldschukken Periode genutzt. In Richtung des nördlichen Endes des Ritualpfades liegt das Hafentor, das einen Korridor aus 16 Säulen bildet. Im Osten dieser Strasse liegt das Delphinion, das aus der archaischen Zeit stammt. |
Von hier aus in Richtung Norden befindet sich auf der linken Seite der Stoa-Hafen, das Hafen-Monument gebaut im Jahr 31 v. Chr., das kleine Hafen Monument und die Synagoge. Die Löwenstatuen auf beiden Seiten des Hafens hatten die Funktion, den Eingang zum Militärhafen mit einer Kette zu blockieren. Auf der gegenüberliegenden Seite kann man die Römischen Bäder besichtigen. Im Süden von Milet befinden sich die Überreste des Stadions, der westlichen Agora und des Tempels von Athen, stammend aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. . |
Das einzige antike Türkische Werk in Milet, ist die Moschee von Ilyas Bey, der zu dieser Zeit regiert hat. Diese Moschee wurde im Jahr 1404 n. Chr. gebaut und kann dort besichtigt werden. |