| Sehenswürdigkeiten - Ephesus |
| |
| Beschreibung von Ephesus |
Eine antike Stadt im Griechischen Anatolien, der heutigen Westtürkei. Sein der Artemis gewidmeter Tempel, oder in römischen Zeiten Diana, war eines der sieben Weltwunder. Der heilige Paul besuchte die Stadt auf seinen Missionarsreisen. |
| Geschichte von Ephesus |
Im Jahr 10 v. Chr. suchte Androklos, der Sohn des Königs Kodros von Athen, einen Platz um einen Ort anzusiedeln. Androklos, der Akha's angehörte, flüchtete vor der Dorer-Invasion in Griechenland. Er führte eine der Auswandererkolonnen an. Ein Orakel des Apollon hatte prophezeit, daß ein Fisch und ein Wildschwein den Platz der neuen Siedlung zeigen würden. Tage später, entsprechend der Prophezeiung des Orakels, fiel ein Fisch während des Bratens aus der Pfanne und erschreckte ein Wildschwein, daß sich hinter Büschen versteckt hatte. Das verängstigte Wildschwein flüchtete sofort. Androklos folgte dem Wildschwein und gründete die Stadt Ephesus dort, wo er das Wildschwein erlegt hatte. Als Androklos im Krieg mit den Karern starb, wurde dem ersten König von Ephesus zum Gedenken ein Mausoleum in der Nähe des "Tors von Magnesia" errichtet. |
Ephesus wurde in der Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. regiert vom lydischen König Kreisos. Die Stadt erreichte ein "goldenes Zeitalter" und wurde ferner ein Vorbild für die antike Welt in Sachen Kultur und Kunst. Da die aufwändigen Ausgrabungen bis jetzt nicht vollendet wurden, kamen außer dem Artemis bis jetzt keine Überreste dieser Epoche ans Tageslicht. Später wurde Ephesus von den Persern beherrscht. |
 |
|
Da die Epheser nicht die "ionische Rebellion" gegen die Perser unterstützten, wurde die Stadt vor der Zerstörung bewahrt. Die Rebellion endete mit der Niederlage der Perser. Alexander der Große besiegte die Perser und die ionischen Städte wurden im Jahr 334 unabhängig. Während der Zeit Alexander des Großen, herrschte in Ephesus Hochkonjunktur. Bis zur Ankunft von Alexander dem Großen, hatte Ephesus zwei Regierungssysteme: demokratisch und oligarisch. Aber das oligarische System wurde gestört, als der neue Herrscher eintraf und in Ephesus eine Rebellion auslöste. |
Im Jahr 356 v. Chr. wurde der Tempel der Artemis von den Anhängern der Oligarchie niedergebrannt und zerstört. Es wird angenommen, daß ein Verrückter, bekannt als Herostratus, den Tempel in der gleichen Nacht, als Alexander der Große in Mazedonien geboren wurde, angezündet hat um seinen Namen unsterblich zu machen. Da der Tempel nicht mehr genutzt werden konnte, schlug Alexander der Große vor ihn in Stand zu setzen. Aber die Epheser lehnten mit der Begründung: "ein Gott kann nicht einen Tempel für einen anderen Gott bauen" dankend ab. Deshalb ließ Alexander, der ein stolzer Gott war, der Stadt einige spezielle Privilegien zukommen. Ein Architekt aus Ephesus namens Dinokrates restaurierte den Tempel der Artemis. |
Nach dem Tod Alexander des Großen wurde Ephesus 287 v. Chr. von seinem General Lysimakhos regiert. Lysimakhos entschied die vorherige Lage von Ephesus weiter nach Westen zu verlegen. Auf Grund der Zerstörung des Hafens durch die Verschlammung, waren die Einwohner gezwungen sich an einem neuen Platz mit Namen "Arsinoeina", dem Namen von Lysimakhos' Frau, anzusiedeln. Die Stadt war umgeben von breiten Steinmauern von 10 m Höhe und 9 m Länge. Und "Arsinoeina" wurde wieder für immer in "Ephesus" umbenannt. |
190 v. Chr. wurde Ephesus von den Römern beherrscht. Die Stadt wurde für einige Zeit den bergamischen Königen übergeben. Nach dem Tod von König Attalos III. im Jahr 133 v. Chr., wurde die Stadt wieder von den Römern regiert. Zwischen den Jahren 1-4 n. Chr. erreichte Ephesus seinen Höhepunkt und war berüchtigt für seinen Reichtum und Luxus, besonders während der Herrschaft von Augustus. Während dieser Periode wuchs die Bevölkerung von Ephesus auf 225.000 Menschen an und die Stadt wurde die Hauptstadt des neuen Asien. Durch die Schlick-Bereinigung des Caystros Flusses, der ein großer Handelshafen von Ephesus und ein Zugang zu fremden Ländern war, wurde der Wohlstand der Stadt noch erhöht und der Handel und die Kultur florierte zunehmend. Die Stadt wurde weiter ausgebaut und moderne Gebäude wurden der früheren Stattlichkeit von Ephesus hinzugefügt. Die "Celsus-Bücherei" zeigt mit ihren filigranen Details beispielhaft die Perfektion des Zeitalters. |
Ephesus spielte wichtige Rollen während dieser Zeiten und auch in den frühen Jahren des Christentums. Das Ansehen von Ephesus erhöhte sich mit der Ankunft des heiligen Paul, der das Christentum den Ephesern, die Artemis anbeteten, nahebringen wollte. Der heilige Paul und die christlichen Lehren wurden von den älteren Ephesern strikt abgelehnt. Das Christentum wurde von den meisten Einwohnern rund um Ephesus, nachdem der heilige Paul lange und ermüdende Kämpfe durchgestanden hatte, akzeptiert. Während dieser Zeit sandte der heilige Paul einen seiner bekanntesten Briefe an die Kirche in Ephesus. Ferner besuchten der heilige Jean und die Jungfrau Maria Ephesus und die Jungfrau Maria ließ sich am Berg Bulbul nahe Ephesus ca. 42 n. Chr. nieder. |
Ephesus wurde im Jahre 1090 ein Seldschuken-Staat und für eine gewisse Zeit war es im Besitz der Byzantiner. Im Jahr 1307 beherrschten die Seldschuken die Stadt erneut. Aber Jahre später, der Kaystros Fluss war verschlammt, verließen sie den Ort um weit ins innere des Landes zu ziehen. Und unglücklicherweise verlor Ephesus, auf Grund des Ausbaus des Seehandels der Häfen in Izmir und Kusadasi, seine Bedeutung. |
| Ausgrabungen in Ephesus |
Unter großen Mühen wurden und werden Ausgrabungen unternommen, um die Geschichte dieses fast 5.000 Jahre alten Ortes zu enthüllen. |
Der Englische Ingenieur J.T. Wood leitete, im Auftrag des Britischen Museums, die ersten archäologischen Forschungen ab 1869. Von 1904 an setzte D. G. Hogarth die Ausgrabungen und Wood's Suche nach dem Tempel der Artemis fort. |
Die Ausgrabungen des Österreichischen archäologischen Instituts, die bis heute andauern, begannen 1895 unter der Leitung von Otto Benndorf. Er erhielt die Erlaubnis für die Ausgrabungen vom ottomanischen Sultan und trug erheblich dazu bei, einen wichtigen Teil von Ephesus im Laufe seiner Forschungen freizulegen. Nach Gründung der Türkischen Republik erklärte die Regierung alles als Staatsbesitz. Außer während der zwei Weltkriege dauern die österreichischen Ausgrabungen seit 1954 ununterbrochen an. |
Seit 1954 werden Ausgrabungen und Restaurierungen nicht nur vom Österreichischen Institut durchgeführt, sondern auch von den Archäologen des Ephesus Museum. Bei ihrer intensiven Arbeit seit 1954, haben sie wichtige Bauten freigelegt und restauriert. Das Kultus- und Tourismusministerium beschleunigte diese kooperative Arbeit 1979 durch sein Programm "Seldschuk-Ephesus Ausgrabungen, Restaurierungen und Systematisierung seiner Umgebung". |
In den letzte Jahren hat sich bei dem Projekt eine neue Perspektive ergeben. Der Schwerpunkt liegt nicht länger nur auf der Ausgrabung weiterer Gebäude und öffentlicher Plätze, sondern mehr in der Pflege und Erhaltung der Gebäude die bereits entdeckt wurden. Daraus resultierend, restaurierte das Projekt in den letzten 15 Jahren wichtige Bauten und Monumente. |
Im Zuge der Ausgrabungen, die nun bereits über ein Jahrhundert andauern, wurden nur 10% der antiken Stadt von Ephesus ausgegraben. Die Ausgrabungen werden noch viele Jahre andauern, ebenso wie die Restaurierungsarbeiten. |
| Ephesus bereisen |
Ephesus ist die besterhaltenste klassische Stadt des östlichen Mittelmeeres und einer der weltbesten Orte, um die originale Atmosphäre der römischen Zeit nachempfinden zu können. |
Wenn Sie Ihre Tour vom unteren Eingang der archäologischen Baustelle aus starten, werden Sie zuerst eine wunderschöne Straße passieren, die gesäumt ist von Reihen jahrhundertealter Eukalyptusbäume. |
 |
Kurz darauf werden Sie sich auf der marmornen heiligen Straße wiederfinden, die das große Theater mit der Celsus-Bücherei verbindet, dessen Fassade vollkommen restauriert wurde. Auf der rechten Seite der Bücherei befindet sich der Marktplatz, der mit der Bücherei-Straße durch das Tor des Augustus verbunden ist. Von der Bücherei in östlicher Richtung liegt die Curetes-Straße, die ebenfalls vollkommen mit Marmor gepflastert ist. |
|
Entlang der Curetes-Straße wird Ihnen auffallen, daß die prunkvollen Gehsteige für Fußgänger mit Mosaiken gepflastert sind. Auf der rechten Seite gibt es schmale, kleine Straßen die zu einem Hügel mit Häusern führen, die freigelegt und teilweise restauriert wurden. Auf der linken Seite der Straße gab es Denkmäler (z.B. den Tempel des Hadrian), Brunnen und andere faszinierende Gebäude wie Bäder, das Bordell und die öffentlichen Toiletten. Um sie zu erreichen, müssen Sie eine der kleinen, malerischen Straßen entlanggehen. |
Die Curetes-Straße weiter hinauf werden Sie, fast ganz oben, auf der rechten Seite den Domitian-Platz erreichen. Weiter östlich werden Sie sich auf der staatlichen Agora (Marktplatz) wiederfinden. Diese Agora ist eine große, rechteckige Esplanade (Definition von Esplanade: ein flacher, offener Bereich mit Gras oder Pflaster, speziell konstruiert als Küstenpromenade). Während antiker Zeiten war die Esplanade voll mit Leben, mit kleinen Läden und Menschen überall. Um die staatliche Agora herum gab es die wichtigsten Gebäude der Stadt: die Stadthalle, Brunnen, Tempel, Bäder und ein Stück weiter das Odeon. |
| Wie man nach Ephesus kommt |
Didim liegt 81 km bzw. 1 Stunde 30 Minuten von Selcuk. Von Selcuk nach Ephesus ist es eine 3 km bzw. 10 Minuten Fahrt mit dem Minibus. Während der Hauptsaison gibt es örtliche Busse die nach Selcuk fahren und Reiseagenturen die regelmäßig Touren nach Ephesus anbieten. |